Plastikmüll im Meer – Teil 1: Das Problem

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Plastikmüll im Meer – Teil 1: Das Problem

Plastikmüll im Meer

Quelle: Getty Images Urheber/Fotograf: LordRunar

Eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit sind die unfassbaren Mengen von Plastikmüll im Meer.  Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass unsere Ozeane als Müllkippe missbraucht werden. Meeresschutzorganisationen nehmen an, dass weltweit stündlich (!) 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, wovon die Hälfte aus Plastik besteht. Aber nicht nur die direkte Verwendung der Ozeane als Müllabladeplatz ist ein Problem. Jeglicher Plastikmüll kann auf seinem langen Lebensweg irgendwann im Meer enden. Laut einer Studie des United Nations Environmental Programme  macht Plastikmüll bis zu 80% des gesamten Mülls in den Weltmeeren aus.

Woher kommt so viel Plastikmüll im Meer?

Diese Frage drängt sich auf. Kann das alles von Schiffen kommen, die ihren Müll über Bord kippen? Oder von Strandurlaubern? Oder wieder mal diese Drittweltländer, die sich sowieso einen Dreck um die Umwelt scheren?

Laut Greenpeace stammt 80% des Plastikmülls von Quellen an Land. Damit bleibt schon mal nur noch ein Fünftel für die Schiffe übrig. Also doch die Strandurlauber? Weit gefehlt. Das Problem ist eine ansonsten sehr geschätzte Eigenschaft des Plastiks: seine Haltbarkeit. Es dauert laut Umweltbundesamt bis zu 450 Jahre bis eine PET Flasche zersetzt ist. Innerhalb dieses langen Zeitraums ist es durchaus wahrscheinlich, dass die sich langsam zersetzenden Plastikpartikel durch den Wind und über Flüsse letztlich ins Meer gelangen. Selbst dann, wenn der Müll zu Beginn auf einer Deponie weit weg vom Meer gelagert wurde.

Selbst unsere Wäsche trägt dazu bei, dass sich immer mehr Plastikmüll im Meer sammelt. Denn pro Waschgang gelangen hunderte Kunstfasern aus Fleece-Kleidungsstücken ins Abwasser. Auf ganz Deutschland hochgerechnet gelangen pro Jahr über 150 Milliarden Liter  (oder anders ausgedrückt: 65.600 Schwimmbecken mit 50 Metern Länge!) aus den Privathaushalten in die Kläranlagen.

Kläranlagen? Ja super, dann wird der Plastikmüll ja da rausgefiltert, oder? Leider falsch! Denn ebenso wie die Filter in den Waschmaschinen scheitern auch die Kläranlagen daran, die feinen Plastikfasern aus dem Wasser zu filtern.

Das Ausmaß der Katastrophe

Wie heißt die größte Insel der Welt? Java? Madagaskar? Neuguinea? Grönland? Alles falsch. Denn die größte Insel der Welt liegt im Pazifik und ist größer als Indien! Man nennt sie deshalb auch den „siebten Kontinent“, auch wenn sie keinen eigenen Namen hat. Dort sucht man vergeblich schöne Sandstrände und Touristen. Denn diese „Insel“ besteht komplett aus Plastikmüll.

Die Meeresströmungen halten den gigantischen Müllberg zusammen. Der französische Forscher Patrick Deixonne war während einer Rudertour im Jahr 2009 auf die Abfall-Anhäufung in Pazifik gestoßen. Zurück an Land begann der 48-Jährige zu recherchieren und fand die Antwort auf die Frage, woher diese Menge Müll kommt: Die Plastik-Überreste vermengen sich am Treffpunkt von zwei Meeresströmungen, die auf die Erdrotation zurückzuführen sind und einen immensen Wirbel bilden. Die Größe der Müllinsel macht es möglich, dass ihre Erforschung per Satellit erfolgen soll.

Der Kreislauf des Lebens

Naja, die Meere sind ja groß genug. Was juckt mich also der Plastikmüll im Meer? Wenn Ihr diesen Blog lest, bedeutet das, dass es Euch wahrscheinlich sehr wohl interessiert. Aber wenn es Euch geht wie mir, dann werdet Ihr in Eurem Umfeld immer wieder Leuten begegnen, die von so etwas nichts hören wollen und Euch diese Frage stellen.

Die Antwort ist ganz einfach: es sollte sie interessieren, weil der Plastikmüll früher oder später auf ihrem Teller landet! Wie oben erwähnt, verrottet Plastik nicht. Der Plastikmüll im Meer zersetzt sich lediglich mit der Zeit zu immer kleineren Partikeln, die von Speisefischen aufgenommen werden. Unter anderem in Makrele, Kabeljau und Hering wurden schon Plastikreste nachgewiesen.

Forscher haben in Studien den Mageninhalt und Verdauungstrakt von Makrelen, Flundern, Heringen, Dorschen und Klieschen aus Nord- und Ostsee untersucht. Dabei stellten sie fest, dass die Makrele deutlich häufiger Mikroplastik verschluckt als in Bodennähe lebende Fische wie Flunder oder Kliesche. Heringe scheinen dagegen zu bestimmten Jahreszeiten gar keine Plastikreste aufzunehmen, zu anderen dagegen sehr viel. Da der Verdauungsapparat der Tiere nicht auf Plastik eingestellt ist, scheiden diese das Plastik nicht vollständig aus. Unklar ist bisher auch, ob sich giftige Chemikalien im Verdauungstrakt der Fische lösen und ins Fleisch gelangen – welches dann im Magen der Menschen landet.

Plastikmüll im Meer geht uns alle etwas an!

Wie Ihr seht, ist es schwierig zu verhindern, dass Plastikmüll im Meer landet. Die einzige Möglichkeit besteht in einem kompletten Verzicht auf Plastik. Ein Anfang ist das Verbot von Einweg-Plastiktüten in Supermärkten.

Dass selbst durch die Wäsche Plastikmüll im Meer landet, hat mir allerdings zu denken gegeben. Natürlich kann man auch im Bereich Kleidung auf Plastikanteile verzichten und nur Kleindung aus Baumwolle tragen. Aber ich gebe zu, dass ich an diese Quelle für die Müllberge im Meer niemals gekommen wäre. Umso wichtiger ist es, bei diesem wichtigen Thema genauer hinzuschauen. Deshalb werde ich auch in einem Folgepost weiter zu diesem Thema berichten.

1 Comment

  1. […] ich Euch in zwei meiner letzten Artikel ja bereits die Problematik vorgestellt habe, habe ich nun eine Petition Plastikmüll im Meer […]

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