Komposter oder Wurmkiste: Was eignet sich besser?

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19. Juni 2022

Komposter oder Wurmkiste: Was eignet sich besser?

Über den Bau, den Nutzen und die Fütterung einer Wurmkiste habe ich ja schon ausführlich in meinem Artikel über die Wurmkiste und meinen dazugehörigen YouTube-Videos berichtet. Nach wie vor bin ich, wie auch in meinem Update-Video berichtet, rundum zufrieden mit der Wurmkiste: Meine Pflanzen fühlen sich mit dem Dünger pudelwohl, ich unterstütze in dem Sinne eine Kreislaufwirtschaft und ich spare mir dank der Hilfe der fleißigen Würmer bis heute die Hälfte der Wege zur Biomülltonne. Einen einfacheren Weg all das zu vereinen, kann ich mir aktuell nicht vorstellen!

Doch heute möchte ich darauf eingehen, wie sich Wurmkisten eigentlich von normalen Kompostern unterscheiden. Außerdem: Welche Methode ist pflegeleichter? Was ist am schnellsten? Für wen eignet sich eine Wurmkiste besser? Und für wen ist ein Komposter besser geeignet?

Komposter oder Wurmkiste? Erst einmal vorweg:

Während es verschiedene Bauarten für Wurmkisten gibt (die auch aus unterschiedlichen Materialen bestehen können), sind sie immer geschlossene Behälter (mit Luftlöchern) und funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip. Die wurmigen Bewohner verspeisen die zugefügten Bioabfälle und verwerten sie zu Wurmhumus und Wurmtee, welche als wertvolle Pflanzendünger dienen.

Auch bei Kompostern gibt es mehrere Varianten und Bauarten. Allerdings wird hier vorrangig zwischen den Arten, auf die kompostiert wird unterschieden. Neben dem allseits bekannten offenen Komposthaufen im Garten gibt es etwa auch sogenannte Heißkomposter bzw. Thermokomposter.1,2 Aufgrund ihrer geschlossenen Systeme funktionieren diese als eine Art Schnellkomposter im Vergleich mit dem herkömmlichen Haufen. Aufgrund der verschiedenen Arten von Kompostern dient dieser Artikel eher als Überblick zur Entscheidungshilfe, anstatt die Eckdaten aller Komposter-Arten 1:1 mit jener einer Wurmkiste vergleichen.

Wurmkiste und Komposter im Vergleich

Beide bauen organische Bio-Abfälle zu Dünger ab und eignen sich zum Kompostieren vielerlei ungekochter Küchenabfälle, ungespritzter krankheitsfreier Gartenabfälle und Kaffeesatz etc.

  • Standort

Eine Wurmkiste kann drinnen oder draußen betrieben werden. Mit dem Standort in der Küche ist sie besonders praktisch, da Ihr dann nie lange laufen müsst, um Eure Gemüseschalen und sonstige Küchenabfälle zu kompostieren. Bei richtiger Fütterung entsteht auch kein übler Geruch – vielmehr duftet es stattdessen nach Wald, wenn Ihr den Deckel öffnet. Falls Ihr die Wurmkiste lieber in den Garten oder auf den Balkon stellen möchtet, ist das auch kein Problem. Im Winter müsst ihr sie allerdings ins Haus holen, bevor die Temperaturen unter 0 Grad fallen.

Einen der zuvor genannten Komposter könnt Ihr nur im Freien betreiben, nämlich idealerweise im Garten. Somit fallen natürlich längere Wege von der Küche an. Da ein Komposthaufen oder ein Heiß- bzw. Thermokomposter allerdings viel mehr Volumen halten können, eignen sie sich im Vergleich zur Wurmkiste, für alle, die große Mengen Grasschnitt und Gartenabfälle kompostieren möchten. Dann ist es natürlich ideal, wenn der Komposter im Garten steht, wo auch die meisten Abfälle als „Futter“ für ihn anfallen.

  • Pflegeaufwand

Was genau Ihr den Würmern in der Wurmkiste füttern könnt, findet Ihr im Artikel der meiner Wurmkiste gewidmet ist[KH2] . Alles in allem ist der Pflegeaufwand sehr gering, finde ich. Falls Ihr die Kiste ins Freie stellt, solltet ihr allerdings darauf achten, dass sie an einem Ort steht, an dem die Würmer bei Regen nicht in die Gefahr kommen, zu ertrinken. Außerdem könnten sie bei über 30 Grad Außentemperatur überhitzen, weshalb die Wurmkiste dann auch besser ins Haus geholt werden sollte.

Der Inhalt vieler Komposter hingegen muss regelmäßig gewendet werden – etwa mit Schaufel oder Heugabel. So stellt Ihr sicher, dass genug Luft an den Kompost kommt. Manche Modelle sind aber auch mit einer eingebauten Kurbel erhältlich, was den Vorgang einfacher macht. Im Winter sollte der Komposter im Freien zum Schutz abgedeckt werden.3

  • Geschwindigkeit des Kompostiervorgangs

Am gewöhnlichen Komposthaufen im Garten dauert es meist 1-2 Jahre, bis der Großteil der organischen Abfälle in Humus umgewandelt sind.4 Bei der Thermokompostierung geht das, je nach Art und Pflege des Komposters, um sehr vieles schneller.5

Mit der Wurmkiste kommt Ihr erfahrungsgemäß nach etwa 4-6 Monaten an wertvollen Wurmhumus bzw. Wurmtee, mit denen Ihr Eure Pflanzen verwöhnen könnt.

  • Für wen eignet sich also eine Wurmkiste besser?

Wenn Ihr den Komfort nicht missen möchtet, Eure Küchenabfälle direkt an Ort und Stelle zu ‚entsorgen‘, dann könnte sich eine Wurmkiste mehr für Euch eignen. Ihr könnt Eure ‚Wurmfarm‘ sogar direkt unter der Küchenspüle aufbewahren – so wie Ihr es vielleicht von Eurem Rest- oder Biomüllbehälter gewohnt seid. Besonders wenn Ihr in der Stadt wohnt oder keinen Garten habt, ist das natürlich sehr praktisch. Eine Wurmkiste könnt Ihr Euch in jeder beliebigen Größe anlegen – sie ist also auch für größere Familien mit einem hohen Aufkommen an Biomüll geeignet. Außerdem verströmt die Wurmkiste keine schlechten Gerüche, weil ihre Bewohner die übelriechenden Bakterien fleißig verspeisen.

  • Für wen eignet sich ein Komposter besser?

Besonders wenn Ihr einen großen Garten mit viel Pflanzenabfällen und Grasschnitt habt, kann sich ein Komposter, wie zuvor erwähnt, besser für Euch eignen. Er hält natürlich meist auch mehr Küchenabfälle als eine Wurmkiste, solltet Ihr ein sehr großes Aufkommen davon haben. Allerdings gehören gekochte Essensreste, Fleisch, Knochen, Fisch, Gräten, Haustierkot oder kranke Pflanzen nicht auf den Kompost (genauso wie sie nicht in eine Wurmkiste gehören). Auch Unverrottbares, wie Kunststoff, Glas, Metall o. ä. hat nichts im Komposter zu suchen.

Fazit

Sowohl die Kompostierung mit einem Komposter, als auch mit einer Wurmkiste sind beliebte und nachhaltige Methoden, organische Abfälle in wertvollen Pflanzendünger zu verwandeln. Neben dem Volumen Eures Bioabfalls und den Gegebenheiten, die Ihr zur Verfügung habt, hängt Eure Entscheidung natürlich vor allem davon ab, welche Art des Kompostierens Ihr Euch persönlich am besten vorstellen könnt.

Hoffentlich haben Euch dieser Artikel und die verlinkten YouTube-Videos bei Eurer Recherche weitergeholfen! Viel Freude beim Kompostieren!

Quellen:

1,4 https://www.bodenwelten.de/content/was-ist-kompost

2 https://www.kompost.de/fileadmin/docs/shop/Sonderdrucke/KuR_Kompost_Sonderd_web.pdf

3 https://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_66067610/kompost-im-winter-tipps-fuer-die-kalte-zeit.html

5 https://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_48435126/welche-kompostierungsarten-gibt-es-.html

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