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Hybrid Autos in Frankreich – Stark steigender Marktanteil in 2020

hybrid autos

Photo by CHUTTERSNAP on Unsplash

Während der gesamte Automobilmarkt in Frankreich ein schwaches Jahr hat, steigt der Anteil von Plug-In Hybrid Autos stark an. Er lässt sogar die ebenfalls stark ansteigenden Zahlen bei Elektroautos hinter sich. Ein neidischer Seitenblick zu unseren Nachbarn.

Marktanteil von Benzinern und Diesel in Frankreich rückläufig

Betrachtet man die Kraftstoffverteilung bei den im letzten Monat in Frankreich zugelassenen Fahrzeugen, ergibt sich folgendes Bild: Der Marktanteil von Benzinern sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozentpunkte auf 45%, während Dieselfahrzeuge ebenfalls rückläufig sind, wenn auch moderat 3 Punkte auf 35% Marktanteil zum Gewinn aller elektrifizierten Kategorien.

Im gleichen Zeitraum gab es bei den konventionellen Hybriden einen Anstieg um 6 Prozentpunkte (Vorjahreszeitraum: 5%) auf insgesamt 11% aller Fahrzeuge in Frankreich. Der Anteil der Plug-In Hybride stieg dabei auf einen Rekordwert von 9,5%. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug er noch 2,8%.

Starke Modelle, starke Marken

Diese herausragenden Werte in Frankreich sind vermutlich einer Mischung aus progressivem Denken und Lokalpatriotismus zu verdanken. Denn zum einen gibt es in Frankreich – wie auch in anderen Ländern – eine wachsende Umweltbewegung. Zum anderen sind die Franzosen generell sehr heimatverbunden beim Kauf von Autos. Und Renault und Peugeot stehen mit ihren jeweiligen Plug-In Hybridmodellen an der Spitze der Verkaufsstatistiken.

Erst auf Platz 3 tummelt sich mit Teslas Model 3 ein ausländischer Automobilhersteller. Nur um dann auf Platz vier von einem weiteren Modell von Renault gefolgt zu werden. Erst auf Platz 5 findet sich mit VW und dem ID.3 ein deutscher Hersteller. Das zeigt, dass die deutschen Automobilbauer, selbst wenn sie technisch mittlerweile aufgeholt haben, immer noch keinen guten Ruf als Erbauer von Hybrid und Elektrofahrzeugen haben.

Anstieg bei den Zulassungen der Hybrid Autos in allen europäischen Ländern

Dennoch liegt Deutschland noch vor Frankreich und Italien auf Platz 1 bei der Gesamtanzahl aller zugelassenen Hybrid Autos. Doch der Trend zeigt: andere Länder könnten uns hier bald den Rang ablaufen. Es kommt auf eine gezielte staatliche Förderung an. Diese sollte bestenfalls nicht nur die Autos fördern, sondern auch den Ausbau einer bundesweiten Ladeinfrastruktur.

Denn das schönste Elektro- oder Plug-In Hybridauto nutzt nichts, wenn man es nur in der heimischen Garage und nicht beim Arbeitgeber oder auf dem Weg in den Urlaub laden kann. Und gerade bei den Hybrid Autos ist die Nutzung des Elektromotors mit nachhaltigem Strom ein immens wichtiger Faktor, damit die Umweltgleichung aufgeht.

Greenpeace kritisiert Plug-In Hybriden

Greenpeace bezeichnet die Hybrid Autos mittlerweile sogar schon als „Wölfe im Schafspelz“. Die Umweltorganisation ist davon überzeugt, dass Verbrenner mit zusätzlichem Elektromotor nicht annähernd so umweltfreundlich sind, wie die Hersteller in ihren Abgaswerten angeben. (Wer würde denken, dass die Hersteller bei so was schummeln ;)).

Während die Hersteller den durchschnittlichen CO2 Ausstoß eines Hybrid Autos mit 44g/km angeben, sind es laut Greenpeace 117g/km. Damit würden die Plug-In Hybriden aber gerade mal ein knappes Drittel CO2 einsparen gegenüber einem konventionellen Benzin- oder Dieselmotor. Hybridautos ohne Plug-In (also nur mit Rückgewinnung aus Bremsvorgängen und „rollen lassen“) kommen ohne externe Stromladungen sogar in ähnliche Bereiche.

Ursache liegt im Fahrverhalten

Bevor sich jetzt alle auf die Plug-In Hybriden oder die Autohersteller einschießen: die Ursache für den abweichenden Wert liegt im Verhalten der Fahrer. Wie die Studie von Greenpeace mit 20.000 Teilnehmern nachgewiesen hat, sind durchaus CO2-Werte gemäß der Herstellerangaben möglich. Allerdings nur, wenn die Batterie auch immer durch die Fahrer aufgeladen wird. Vergisst dieser das abends, dann fährt er am nächsten Tag ein sehr schweres (wegen der Batterie und dem zusätzlichen Elektromotor), konventionelles Auto. Mit entsprechenden Abgaswerten. Wenn der Elektromotor ungenutzt bleibt, ist es halt einfach nur ein Benziner (oder Diesel).

Apropos Elektromotor. Auch dieser ist laut Greenpeace selbst im geladenen Zustand nicht optimal ausgelastet. Denn der herkömmliche Verbrennungsmotor spring viel öfter ein, als eigentlich nötig, was sich ebenfalls ungünstig auf die Abgaswerte auswirkt. Zudem werde regelmäßig die rein elektrische Reichweite höher angegeben, als in der Praxis der Fall sei. Somit sei für die Fahrer schwer auszurechnen, ob die elektrische „Tankfüllung“ für die geplante Strecke ausreichend ist.

Fazit: Hybrid Autos nur bei optimaler Nutzung des Elektromotor umweltfreundlich

Tja, die Franzosen. Da machen sie uns vor, dass sie den Umweltschutz ernst nehmen und dann werden sie durch die Technik ausgebremst. Ich finde es sehr schade, dass man als Käufer eines Hybrid Autos mit den besten Absichten gegebenenfalls trotzdem der Umwelt bloß einen Bärendienst erweist. Hier ist sind der Gesetzgeber als Aufsichtsinstanz und die Hersteller der Plug-In Hybriden gefragt.

Ersterer muss neben einer Förderung des Kaufverhaltens durch gezielte Prämien auch eine adäquate Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen, damit der Elektromotor auch wirklich durchgängig genutzt wird. Und letztere müssen ihre Kunden auf ein umweltschonendes Fahrverhalten hinweisen und Mängel in der Technik abstellen.

Langfristig stellen Hybrid Autos meiner Meinung zwar sowieso nur eine Brückentechnologie zum reinen Elektroauto dar. Aber auch diese sollte optimal genutzt werden. Jeder Schritt in die richtige Richtung ist zwar wichtig. Aber wenn durch ein wenig Mühe geben größere Schritte möglich sind, dann sollte man diese auch konsequent gehen.

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