ökobilanz weggeworfener lebensmittel
Ökobilanz weggeworfener Lebensmittel – CO2 für die Tonne
1. Dezember 2019

15 Argumente gegen Klimaleugner

argumente gegen klimaleugner

© S. Hofschlaeger / pixelio.de

Diese 15 Argumente gegen Klimaleugner sollen Euch helfen, Weihnachten zu überstehen. Denn Weihnachten ist leider nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch das Fest, an dem man mit Menschen zusammen gepfercht wird, deren Meinungen einem weh tun. Hier kommen ein paar Argumente gegen Klimaleugner, die Ihr Opa Heinrich und Onkel Ernst entgegnen könnt, wenn sie anfangen, den Klimawandel in Zweifel zu ziehen und Eure Bemühungen lächerlich zu machen.

1. Flugverkehr oder Fleischverzehr verursachen doch nur einen Bruchteil der Emissionen. Warum also dort anfangen?

Zunächst mal ist es für ein „Anfangen“ schon mal viel zu spät. Wir müssen gleichzeitig in allen Bereichen schnelle Änderungen erzielen, wenn das Ziel des Pariser Klimaabkommens noch erreicht werden soll. Dazu gehören natürlich auch große Bereiche wie Energie (Kohle) oder Landwirtschaft. Aber auch jeder einzelne muss bei sich selbst anfangen. Und da geht es nun mal um Transport und Ernährung.

2. Elektroautos sind auch schlecht für die Umwelt

Das stimmt! Aber das ist doch eher ein Argument für eine Verkehrswende. Das heißt, generell weg vom Auto und auf öffentlichen Personennahverkehr, Fahrrad und zu Fuß gehen umsteigen. Danke, den Anstoß nehmen wir gerne auf.

3. Ökologie kostet viel Geld. Selbst in Deutschland können sich das nicht alle leisten

Wieder richtig. Aber wieder nicht zu Ende gedacht. Eben die Leute, die sich das am wenigsten leisten können, sind die Leute, die am wenigsten Emissionen verursachen. Das tun nämlich die Leute mit gutem Gehalt, die sich einen entsprechend klimaschädlichen Lebensstil mit mehreren Flugreisen pro Jahr, etc. leisten können. Und die können sich eben sehr wohl auch höhere Kosten für Klimaschutz leisten. Durch eine CO2 Steuer, die an alle gleich verteilt wird, profitieren ärmere Menschen sogar, da sie mehr heraus bekommen, als sie bezahlen.

4. Ich verzichte schon auf Plastiktüten, reicht das nicht?

Leider nein. Das ist zwar gut für die Meere, aber in Sachen CO2 spart das gerade mal einen winzigen Bruchteil ein, der für die Erzeugung der Plastiktüte benötigt wird. Plastik ist beim Klimawandel bei Weitem nicht unser größtes Problem. Trotzdem werden die Meere es Euch danken, wenn Ihr darauf verzichtet.

5. Klimaschutz ist wirkungslos solange die Bevölkerung weltweit weiter so drastisch ansteigt

Wieder falsch. Gleich mehrfach. Zum einen ist es nicht möglich, mit vertretbaren Mitteln an der „Bevölkerungsschraube“ zu drehen. Hier muss man einfach auf Bildung und vor allem auf starke Frauen in den rasant wachsenden Drittweltländern hoffen, bis sich die Entwicklung dreht. Zum anderen sind es keineswegs die rasant wachsenden Bevölkerungen in Indien und Afrika, die den Großteil des weltweiten CO2 Ausstoßes emittieren, sondern die schrumpfenden Bevölkerungen der entwickelten Länder. Solange jeder Europäer oder Amerikaner ein Vielfaches an CO2 in die Welt entlässt, als ein Inder, sollten wir uns an die eigene Nase fassen und nicht auf andere zeigen.

6. Was kann Deutschland alleine ausrichten, wenn die Chinesen nichts ändern?

Deutschland ist verantwortlich für zwei Prozent der globalen CO2 Emissionen. Deutschland hat aber nur ein Prozent Anteil an der Weltbevölkerung. Das heißt, wir belasten die Welt doppelt so viel wie der Durchschnitt. Laut Klimaschutzindex liegt Deutschland nur noch auf Platz 23 weltweit – nur wenige Plätze vor China. Davon, dass Deutschland im Alleingang versucht die Welt zu retten, kann also keine Rede sein. Aus dieser Position heraus ist es auch nicht gerade glaubwürdig, mehr Einsatz von den Chinesen zu fordern, wenn der ehemalige „Klimaweltmeister“ selbst kaum mehr Leistung zeigt.

7. Wenn es hart auf hart kommt, wird schon einer was dagegen erfinden

Klingt erst mal nach einem rationalen Argument. Nur, dass es für den Klimawandel nicht DIE EINE Ursache gibt, gegen die man etwas erfinden kann. Er bräuchte mehrere technologische Durchbrüche zeitgleich, die dann auch noch innerhalb kürzester Zeit global eingesetzt werden müssten. Das ist sehr unwahrscheinlich. Außerdem spüren wir die Folgen des Klimawandels immer zeitverzögert. Das globale Klima ist ein träges Gebilde. Selbst wenn es mehrere neue Schlüsseltechnologien auf einmal  gäbe, würde es zwei Jahrzehnte dauern, bis diese sich positiv auf das Klima auswirken. Diese Zeit haben wir nicht.

8. Windräder töten massenhaft Vögel. Wie verträgt sich das mit Umweltschutz?

Es ist richtig, dass in Deutschland pro Jahr schätzungsweise 100.000 Vögel in die Rotorblätter von Windrädern geraten. Richtig ist aber auch, dass pro Jahr 18 Millionen (!) Vögel in Deutschland umkommen, weil sie gegen Glasscheiben fliegen. Auch Autos und die Pestizide aus der konventionellen Landwirtschaft sind Vogelkiller. Warum wird das eine Thema also so kontrovers diskutiert und die andere, viel größere Ursache dezent verschwiegen?

9. Zu dramatische Darstellungen des Klimawandels schrecken die Leute nur ab

Wenn ich mich so in der deutschen und globalen Klimapolitik umsehe, sehe ich ehrlich gesagt nicht, dass dort panikartige Entscheidungen getroffen werden. Eher ist dort eine Art „Klima-Insolvenzverschleppung“ zu beobachten (den Begriff lasse ich mir patentieren :). Die Lage ist aber viel dramatischer, als weiten Teilen der Öffentlichkeit bewusst ist. Deshalb braucht es eine klare Ansprache der Dringlichkeit, die hier geboten ist. Alles andere ähnelt einem kleinen Kind, dass die Augen verschließt und denkt, dass die Gefahr dann vorüber zieht.

10. Kriege und Armut zu bekämpfen ist viel wichtiger als dieser Klimawandel

Anders herum wird ein Schuh draus: wenn der Klimawandel nicht bekämpft wird, werden wir sehr viel mehr Kriege und Armut auf der Welt erleben. Schon jetzt drohen Kriege um Ressourcen. Wenn durch den fortschreitenden Klimawandel große Regionen der Erde nicht mehr bewohnbar sind, werden auch noch Kriege um Land dazu kommen. Der Klimawandel hat das Potenzial, alle bisher geschehenen Konflikte in den Schatten zu stellen.

11. Das Klima ist viel zu komplex für Prognosen der Wissenschaftler. Außerdem haben die sich schon öfter geirrt mit ihren Prognosen

Es ist richtig, dass einige Vorhersagen der Wissenschaftler zum Klimawandel nicht wie prognostiziert eingetreten sind. Richtig insofern, als dass bisher fast alles NOCH SCHNELLER und NOCH SCHLIMMER eingetreten ist als vorhergesagt. Und was das Argument angeht, dass es auch Wissenschaftler gibt, die den Klimawandel bezweifeln. Ja, aber das sind nur 1% aller Wissenschaftler. An die Wirtschaftsmenschen da draußen: angenommen ich zeige Euch eine Aktie, die mit 99%iger Wahrscheinlichkeit steigen wird und nur mit 1%iger Wahrscheinlichkeit im Wert fallen, würdet Ihr die Aktie dann kaufen? Die Antwort ist natürlich ein klares ja! Warum also wird dieses jämmerliche eine Prozent der Wissenschaftler, die nicht an den Klimawandel glauben, dann so massiv überbewertet? Doch nur, weil es bequemer ist eine Ausrede zu haben nichts zu tun, oder?

12. Den Klimawandel kann man sowieso nicht mehr aufhalten

Falsch, falsch, falsch! Zur Zeit geht man davon aus, dass uns noch ein Jahrzehnt bleibt, um die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf unter 2 Grad zu halten. Das heißt es ist noch nicht zu spät, aber allerhöchste Eisenbahn! Und wenn das nicht gelingt? Dann zählt trotzdem immer noch jedes Jahr! Denn jedes Zehntelgrad, dass wir vermeiden können kann einen riesigen Unterschied machen.

13. Klar ist der Klimawandel ein Problem, aber jetzt überstürzte Entscheidungen zu treffen, kann nach hinten losgehen

Wie bereits weiter oben erwähnt, kann man nicht gerade davon sprechen, dass alle in blinden Aktionismus verfallen. Der Klimawandel ist wohl die sich seit längstem andeutende Krise der Menschheitsgeschichte. Schon in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts wurde das Phänomen beschrieben und seitdem auf zahlreichen Umweltgipfel der Weltgemeinschaft diskutiert. Bereits auf dem Klimagipfel 1988 in Toronto war allen bewusst, dass die CO2 Emissionen massiv gesenkt werden müssen, wenn der CO2 Gehalt der Atmosphäre stabil gehalten werden soll. Passiert ist seitdem: nichts.

14. In einer Demokratie dauern Entscheidungen eben länger. Die Zeit müssen wir uns nehmen

Wie im vorherigen Punkt schon beschrieben, hatten die Demokratien dieser Welt bereits über 30 Jahre Zeit, Entscheidungen zu treffen. Wenn jetzt immer mehr Menschen auf die Straßen gehen und endlich ein rasches Handeln einfordern, dann geschieht dies, weil zu viel Zeit verplempert wurde. Und je langsamer die Entscheidungen jetzt getroffen werden, desto schneller müssen sie in ein paar Jahren dann getroffen werden.

15. Klimaschützer essen kein Fleisch aber fliegen zwei Mal im Jahr in Urlaub – diese Doppelmoral kotzt mich an

Einerseits stimmen solche Pauschalaussagen nie. Andererseits: Wäre es besser, wenn der  vermeintliche Klimaschützer auch noch jeden Tag Steak isst? Doppelmoral hin oder her: selbst wenn der letzte Öko moralisch widerlegt ist, sind die Emissionen so hoch wie zuvor. Es geht nicht darum Recht zu haben und sich moralisch über andere zu stellen. Das wirklich Einzige was zählt, ist die Summe der CO2 Emissionen, die in die Luft geblasen wird. Es geht nur um die Sache, nicht um Moral. Daher ist jede Einschränkung im Lebenswandel begrüßenswert.

Fazit: Die 15 Argumente gegen Klimaleugner helfen Euch hoffentlich in der Diskussion

Ich hoffe, diese 15 Argumente gegen Klimaleugner helfen Euch, das Weihnachtsfest und auch alle anderen Gelegenheiten, wenn Ihr das Thema Klimawandel diskutieren müsst, zu überstehen. Ich habe selbst schon erlebt, dass einem zu dem Blödsinn, den manche Leute von sich geben, nichts mehr einfällt. Daher bringt Euch dieser kurze Überblick hoffentlich einen Mehrwert und in der nächsten Diskussion mit Klimaskeptikern könnt Ihr dagegen halten.

Denkt immer daran, dass auch der andere ein Recht auf seine Meinung hat. Viele Leute wissen einfach nicht, wie schlimm es wirklich schon um das Klima steht und meinen es noch nicht mal böse, wenn sie diese Diskussion lostreten. Und manche Leute lassen sich auch überzeugen, wenn man ihnen zeigt, dass ihre Argumente so einfach nicht stimmen. Das funktioniert aber nur, wenn man ihnen auf Augenhöhe begegnet und sie nicht von vorneherein als Idioten betrachtet. Also, diskutiert auch mit Eurem Opa Heinrich am Weihnachtstisch und nutzt die Argumente gegen Klimaleugner und vielleicht nimmt das Fest einen viel versöhnlicheren Ausgang, als Ihr annehmt.

Argumente gegen Klimaleugner

 

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