Hydroponik für Zuhause – Ein Selbstversuch
13. Juni 2020
wurmkiste
Die Wurmkiste – Bio-Dünger selbst gemacht
20. Juni 2020

Ich bin dabei: Die Corona-App

corona-app

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Hallo zusammen, heute gibt es aus gegebenem Anlass mal einen kurzen Zwischen-Beitrag. Denn es gibt eine neue „App des Monats“ 🙂 Seit heute ist die sogenannte Corona-App des Bundesgesundheitsministeriums online. Da es in diesen Zeiten viele Fehlinformationen und Bedenken zu geben scheint, möchten ich hier ein klares Statement setzen: Ich bin dabei!

Warum dauerte die Entwicklung so lange?

Da ich selbst in „der IT“ tätig bin, muss ich bei dieser Frage immer grinsen. Wenn man bedenkt, wie lange sonst Projekte solcher Größenordnungen dauern, kann man wahrlich nicht von lang sprechen. Neben der reinen Entwicklung der Software muss man dabei auch berücksichtigen, dass die Architektur der App mindestens einmal komplett umgeworfen wurde. Zunächst wurde ein zentraler Ansatz verfolgt, bei dem alle Daten zentral auf Servern der Regierung gespeichert werden sollten.

Nach berechtigter Kritik des Chaos Computer Clubs mit dem Hinweis, dass ein zentrales System leichter angreifbar sei und das Mißtrauen gegenüber einem solchen Konzept die Corona-App von vorneherein zum Scheitern verurteilen würde, besann man sich eines Besseren und schwenkte um zu einem dezentralen Konzept. Das bedeutet, dass alle Kontakte auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert werden. Und zwar ausschließlich dort. Wichtig: Die Kritik des CCC richtete sich gegen die Informationssicherheit eines zentralen Systems und nicht gegen die Regierung als solche. Das wird in manchen Kreisen auch gerne verdreht.

Tranparenz als Schlüsselkonzept

Da die Corona-App nur funktioniert, wenn sie auch genügend Menschen nutzen, wurde der Quellcode der App öffentlich zugänglich gemacht. Man spricht dann von Open-Source-Software. Auf diese Weise wird der Quellcode vielen tausend Entwicklern und „gutartigen“ Hackern zugänglich gemacht, die den Code auf Schwachstellen prüfen und auch sicherstellen, dass es keine Hintertüren und andere Überraschungen gibt.

Auch das soll ein Zeichen setzen, dass man hier auf Transparenz setzt und nichts zu verbergen hat. Denn nochmal: das Konzept dieser Warn-App funktioniert nur, wenn eine ausreichende Menge Menschen sie nutzt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte lobte die App und die dezentrale Speicherung der Daten ausdrücklich.

Aber Google und Apple sind doch auch beteiligt, bekommen die die Daten auch?

Nein! Aber es ist nun mal ein Fakt, dass auf 99% aller Smartphones weltweit entweder ein Betriebssystem von Goolge (Android) oder Apple (iOS) läuft. Daher mussten die Hersteller die technischen Voraussetzungen für die App schaffen. Denn die App nutzt die Bluetooth-Funktion des Smartphones. Diese kann aber nur über das Betriebssystem angesprochen werden.

Da die Daten wir oben schon erwähnt nur auf den Smartphones gespeichert werden und diese nie verlassen, bekommen auch die amerikanischen Technologie-Firmen diese Daten nicht.

Wie funktioniert die Corona-App?

Jedes Smartphone, auf dem die App installiert ist, verbindet sich per Bluetooth automatisch mit anderen Smartphones in der Nähe, auf denen ebenfalls die App installiert ist. Dabei werden anonyme Schlüssel ausgetauscht, die Kurzzeitidentifikationsnummern genannt werden (den Namen kann sich nur ein Beamter ausgedacht haben).

Wird nun ein Nutzer der App positiv auf Covid-19 getestet, kann er dies in der App erfassen. Alle Benutzer, die die Kurzzeitidentifikationsnummer des Erkrankten auf ihrem Smartphone haben, bekommen dann die Info, dass sie sich in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben. Anhand verschiedener Kriterien (Dauer und Häufigkeit des Kontakts) wird zudem eine persönliche Risikostufe mitgeteilt. Der Haken: Wenn keiner die Corona-App installiert, funktioniert es halt nicht, weil nur über die App die Daten (anonym!) ausgetauscht werden können.

Warum ist das alles so wichtig?

Weil es manuelle, aufwändige und fehlerträchtige Arbeit ersetzt! Momentan müssen die Gesundheitsämter von Hand die Betroffenen und deren Kontakte ermitteln. Es ist wahnsinnig schwierig auf diese Art und Weise Infektionsketten zu ermitteln und noch wichtige: zu unterbrechen. Mal ehrlich: wer von uns weiß denn noch, mit wem er vor einer Woche in einem Meeting saß.

Und diese Leute kennt man zumindest noch. Aber spätestens in der Bahn oder im Supermarkt herrscht Anonymität. Diese Kontakte könnte man nicht mal benachrichtigen, wenn man wollte. Corona-Apps in Asien haben gezeigt, welch große Erfolge bei der Ermittlung von Infektionsketten zu erreichen sind, wenn man nur auf die geeigneten Mittel setzt.

Corona-App lebt vom Mitmachen

Und weil ich es bisher erst drei mal geschrieben habe 🙂 : Die Corona-App funktioniert nur so wie gedacht, wenn genügend Menschen sie auf ihren Smartphones installieren. Lasst Euch nicht von Verschwörungsmystikern verrückt machen. Lest die von mir verlinkten Quellen und weitere seriöse Medien und macht Euch ein eigenes Bild. Auf meinem Smartphone läuft die Corona-App. Ich hoffe auf Eurem auch bald.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.