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Urlaub im Allgäu
18. Juli 2020

Vegan leben – Das Vegan-Projekt

vegan leben

© better-life-blog.de 2020

In letzter Zeit habe ich viel Input erhalten, warum vegan leben gleich doppelt gut ist (u.a. von Tina in ihrem Gastbeitrag über die Folgen von Ernährung. Doppelt gut, weil man nachweislich eine bessere Umweltbilanz hat und gleichzeitig seinem Körper etwas Gutes tut. Aber es gibt immer wieder auch Kritik an dieser Art der Ernährung, daher habe ich beschlossen es einfach selbst für 90 Tage auszuprobieren, damit ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung mitreden kann.

Umstellung in Abstimmung mit der Ärztin

 Bevor ich meine Ernährung umgestellt habe (mittlerweile lebe ich seit knapp zwei Wochen vegan), habe ich recherchiert und dies auch mit meiner Ärztin besprochen. Ich bin ganz ehrlich: sie war jetzt nicht unbedingt sofort Feuer und Flamme und hat mir zu einer ausgewogenen Ernährung geraten. Da ich aber meine eigenen Erfahrungen sammeln möchte, sind wir so verblieben, dass ich am Ende der drei Monate einen Bluttest mache und sie sich meine Werte anschaut.

In diesem Zeitraum ist eine Mangelernährung auch nahezu ausgeschlossen. Zumindest, wenn man sich nicht nur von Pommes und veganem Pudding ernährt, sondern die vielfältigen Möglichkeiten veganen Küche nutzt und auf viel frisches Obst und Gemüse setzt. Auch wenn Ihr eine Umstellung Eurer Ernährung plant oder sogar schon länger vegan lebt, solltet Ihr Euch dazu mit Eurer Hausärztin abstimmen und zumindest zweimal im Jahr testen lassen, ob Euch wichtige Nährstoffe fehlen (zum berühmten Vitamin B12 komme ich weiter unten noch). Indikatoren dafür sind z.B.  Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein bis zur Depression.

Keine Predigt, keine Besserwisserei

Eines vorweg: ich bezeichne das Ganze als „Projekt“, weil ich selbst nicht weiß, ob und wie die Umstellung funktioniert. Aus rationalen Gesichtspunkten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen und ich es gerne ausprobieren möchte vegan zu leben. Ob mir dies aber gelingt und ich dabei bleibe oder ob ich nach drei Monaten eine Flasche Sekt (oder wohl eher ein Bier) aufmache, auf „das Ende des Verzichts“ anstoße und mir einen strammen Max brate, weiß ich selbst noch nicht.

Vegan leben heißt nicht Verzicht auf Geschmack

Apropos Verzicht: wer denkt, wer vegan lebt muss auf Geschmack verzichten, der liegt ziemlich daneben. Aus meiner kurzen Zeit als Veganer kann ich sagen, dass es mir genauso gut schmeckt wie vorher. Was zugegebenermaßen auch damit zusammenhängt, dass ich auch vorher schon gerne vegane Gerichte gekocht habe. Schaut Euch gerne auch auf Instagram unter betterlifeblog.de an, welch leckeren Gericht man sich auch als Veganer gönnen kann.

Weiterhin erlaubt sind z.B. all diese leckeren Lebensmittel (natürlich nur eine kleine Auswahl, die auch nicht den Schwerpunkt Eurer Ernährung darstellen sollte):

Erdnussbutter, Pasta, Nüsse, Ketchup, Tahin, Falafel, Pommes Frites, (veg.) Burger, Salate, Gemüseeintopf, Chips, Marmelade, Bier, u.v.m.

Und für alles, was Euch fehlt, gibt es mit Sicherheit vegane Ersatzprodukte. So gibt es veganen Käse, vegane Mayonaise, veganen Wurstaufschnitt, vegane Schokolade, etc. Logisch: Den Großteil Eurer Ernährung sollten aber nicht diese Leckereien, sondern gesundes, frisch gekochtes Gemüse, Obst und viele Hülsenfrüchte darstellen, also Erben, Bohnen, Linsen, etc.

Harte Fakten für Veganismus

Vegan leben hat natürlich eine extrem bessere Umweltbilanz Eures Lebens zu Folge. Denn besonders für Fleisch aber auch für Milchprodukte fallen sehr viele CO2 Emissionen an. Daneben gibt es aber auch ethische Aspekte, die für ein veganes Leben sprechen.

So werden Milchkühe, selbst wenn sie auf einer wunderschönen grünen Alm weiden, unnatürlich gehalten. Denn so etwas wie eine „Milchkuh“ gibt es eigentlich gar nicht. Dieser Begriff suggeriert uns, dass es für die Kuh natürlich ist, Milch zu geben. Das ist aber keineswegs so. Wie bei allen Säugetieren, geben Kühe nur Milch, wenn sie Nachwuchs zur Welt gebracht haben.

Damit eine Kuh also als „Milchkuh“ taugt, wird sie befruchtet, gebiert dann ein Kalb, welches ihr kurz nach der Geburt weggenommen wird und dann kann die Milch bei ihr abgepumpt werden. Da dies aber nur für einen gewissen Zeitraum funktioniert, wird die Kuh halt jedes Jahr aufs Neue geschwängert, gebiert ein Kalb, dass ihr weggenommen wird, gibt Milch, and so on.

Ähnlich sieht es auch bei Eiern aus. Wobei man hier schon deutlicher die Unterschiede abstufen kann zwischen konventioneller Haltung und Bio-Haltung. Bio-Hühnern geht es deutlich besser. Hühner müssen nicht durch äußere Eingriffe dazu gebracht werden, Eier zu legen.

Vegan leben bedeutet an diese Stelle also nicht nur, auf die entsprechenden Lebensmittel (und das damit verbundene Tierleid) zu verzichten, sondern auch der Verzicht auf andere Produkte, für die Tiere leiden oder sterben mussten. Dazu gehören z.B. auch Leder und Kosmetika (Tierversuche!).

Argumente gegen vegane Ernährung

Das Hauptargument, das gegen vegane Ernährung vorgebracht wird, lautet, dass man davon Mangelerscheinungen bekommt. Bei diesem Thema werden die 80 Millionen Corona-Experten auf einmal zu Ernährungsexperten 😉 So gibt es Behauptungen über Mangererscheinungen an Proteinen, Kalzium, Eisen und Vitaminen.

Tatsache ist aber: bei einer ausgewogenen veganen Ernährung gibt es nur zwei Stoffe, die dem Körper von außen extra hinzugefügt werden müssen: Vitamin B12 und Vitamin D. Für diese gibt es spezielle Nahrungergänzungsprodukte, die man in Tablettenform nehmen kann. Alternativ gibt es auch z.B. Hafermilch, der Vitamin B12 zugesetzt wurde.

Fun fact am Rande: auch Schweine und Hühner können kein eigenes Vitamin B12 erzeugen! Dieses wird ihnen bei der Mast ebenfalls extern zugefüttert. Das heißt, im Prinzip ändert sich nur die Stelle, an der das Ersatzprodukt „zugefüttert“ wird, wenn man als Veganer Vitamin B12 von außen zuführt.

Vegan leben ist gesund, ärztlicher Rat auch

Die vegane Ernährung kann also durch die Zugabe von Vitamin B12 und Vitamin D auf den gleichen Level gehoben werden, wie eine konventionelle Ernährung. Wobei das nicht ganz stimmt: die Nachteile einer Ernährung mit großem Fleischkonsum entfallen nämlich weitestgehend.

Denn zu viel tierisches Protein (höherer Gehalt an sauren Aminosäuren) ist die Ursache für eine Reihe von Zivilisationskrankheiten, wie zum Beispiel Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Krebs usw.

Um die optimale Versorgung des Körpers mit Nährstoffen sicherzustellen, empfiehlt es sich aber wie oben schon beschrieben, bei Mangelsymptomen einen Arzt aufzusuchen und die Blutwerte überprüfen zu lassen. Sicher ist sicher!

Fazit: Vegan leben ist möglich aber auch anfangs ein bisschen anstrengend

Vegan leben macht mir Spaß! Da ich mich sowieso viel mit meiner Ernährung beschäftige, habe ich durch die kurze vegane Zeit schon jetzt einen neuen Level erreicht. Es ist aber ehrlicherweise auch ein bisschen anstrengend. Zumindest jetzt in der Anfangszeit. Denn bei allen Produkten, die nicht schon auf der Packung als vegan gekennzeichnet sind, muss ich mir erst mal die gesamte Liste der Inhaltsstoffe durchlesen. Aber ich denke, das wird sich mit der Zeit einspielen.

Auch beim Kochen muss ich mir überlegen, wie ich Zutaten geeignet ersetzen kann. So kann man beispielsweise sehr leckere Pfannkuchen mit Hafermilch (oder Kokosmilch) backen statt mit Kuhmilch. Um mir die Ersatzsuche noch weiter zu vereinfachen habe ich mir aber jetzt ein veganes Kochbuch zugelegt.

Ich kann jedenfalls nach der bisherigen (natürlich noch sehr kurzen) Erfahrung sagen, dass ich mich topfit fühle und auf die kommende Zeit freue. Zu wissen, dass ich mich nicht nur gesund, sondern auch klimaschonend ernähre, gibt mir einen großen zusätzlichen Anreiz, das Ganze durchzuziehen. Ernährt Ihr Euch auch vegan oder streut zumindest vegane Tage in Eure Ernährung ein? Habt Ihr Tipps oder Rezepte für mich? Lasst sehr gerne einen Kommentar da 🙂

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