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CO2 Speicherung im Boden

co2 speicherung im boden

© Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Die CO2 Speicherung im Boden(CCS Technik = engl. carbon dioxide capture and storage) ist eine interessante Möglichkeit, freigesetzte Treibhausgas wieder zu binden. Daher möchte ich Euch dieses Thema heute gerne mal etwas näher vorstellen. Dabei beleuchte ich sowohl die Vor- als auch die Nachteile, damit Ihr in der Lage seid Euch ein eigenes Bild zu machen.

Ursachen für CO2 in der Atmosphäre

Obwohl die Gründe für freigesetztes CO2 in der Atmosphäre vielen von Euch vermutlich schon bekannt, möchte ich sie zu Beginn nochmal kurz zusammenfassen. Das Umweltbundesamt gibt acht Kategorien an, denen sich die Ursachen für CO2 Ausstoß zuordnen lassen. An Position eins steht dabei mit großem Abstand die Energiewirtschaft. Hierzu zählen die Verbrennung von Kohle und Öl zur Energiegewinnung.  Danach folgen Verkehr/Transport, übrige Feuerungsanlagen/sonstige Quellen, sowie das verarbeitende Gewerbe auf den Plätzen zwei bis vier.

Die übrigen vier Kategorien (Landwirtschaft, Industrieprozesse, Abfall & Abwasser sowie Diffuse Emissionen aus Brennstoffen) machen zusammen noch ca. 15 % der Gesamtsumme aus. Insgesamt lässt sich in Deutschland ein Rückgang der CO2 Emmissionen beobachten. Dieser Rückgang fand allerdings im Zeitraum 1990 bis 2008 statt. Seitdem läuft der Wert eher seitlich, d.h. der CO2 Ausstoß stagniert.

co2 emissionen quellen

© Umweltbundesamt; Nationales Treibhausinventar, 2007, Endstand Q4/2017

Wohin mit dem CO2?

Was also tun mit dem CO2 solange die Umstellung der Energiewirtschaft und des Verkehrs auf erneuerbare Energien noch nicht abgeschlossen ist? Der Vorschlag der CO2 Speicherung im Boden ist nicht neu und wurde gerade in Deutschland bereits kontrovers diskutiert. Klar ist, dass es sich auch hier nur um die zweitbeste Lösung handelt, solange Plan A – der Umstieg auf Erneuerbare – noch nicht umgesetzt wurde. Ähnlich wie bei den Ausgleichszahlungen für CO2 Ausstoß durch Flugverkehr reden wir also von einem „Workaround“, der nur so lange betrieben werden darf, bis die nachhaltige Lösung umgesetzt wurde.

CO2 Speicherung im Boden möglich

CO2-Abscheidung und -Speicherung beschreibt laut Wikipedia einige großtechnische Vorhaben mit dem Ziel der Reduzierung von CO2-Emissionen in die Atmosphäre durch die technische Abspaltung am Kraftwerk und „dauerhafte“ Einlagerung in unterirdische Lagerstätten.

Mittels CCS-Kraftwerken lässt sich der CO2-Ausstoß fossiler Kraftwerke deutlich senken, wenn auch weiterhin nennenswerte Treibhausgasemissionen anfallen. Während z. B. konventionelle Steinkohlekraftwerke in einer Lebenszyklusanalyse einen CO2-Ausstoß von 790–1020 g/kWh aufweisen, liegt der Ausstoß eines CCS-Kraftwerkes bei 255–440 g/kWh und damit deutlich höher als bei Erneuerbaren Energien oder Kernkraftwerken. Zudem verschlechtert die CCS-Technik den Wirkungsgrad von Kraftwerken.

Bei modernen Kohlekraftwerken wird von einem Brennstoffmehrverbrauch pro kWh in Höhe von ca. 24 bis 40 % gegenüber Kraftwerken ohne CCS-Technik ausgegangen, hauptsächlich für die Abscheidung und Verdichtung des Kohlenstoffdioxids. Als mögliche CO2-Lagerstätten gelten besondere geologische Formationen wie tiefe salzwasserführende Grundwasserleiter oder ausgeförderte Erdöl- und Erdgaslagerstätten, eventuell kommen ebenfalls tiefe Kohleflöze in Frage, bei denen aber der sichere Einschluss fraglich ist.

Aus der Luft in den Baum in den Boden?

Richtig charmant wird dieses Verfahren erst, wenn man andere Wege der Nutzung diskutiert als bisher. Statt die CCS-Technik bei Kohlekraftwerken zu nutzen, sollte man Holz, sprich „frische Bäume“ verbrennen. Warum das? Holz, also Bäume benötigen für ihr Wachstum CO2, welches sie aus der Luft entnehmen. Ein Baum ist also ein natürlicher CO2 Speicher. Darum ist Kohle ja auch so CO2-haltig. Sie ist schließlich nichts anderes als im Laufe von Millionen Jahren unter hohem Druck gepresstes Holz.

Zudem kann man Bäume als nachwachsenden Rohstoff immer wieder neu anpflanzen, so dass hier ein Kreislauf entstehen kann, der tatsächlich CO2 aus der Luft entnimmt und in den Boden zurückgibt. Tatsächlich betrachten einige Klimaforscher die CCS-Technik als letzte Hoffnung um den Klimawandel noch aufzuhalten. So pervers es einem im ersten Moment erscheinen mag, gesunde Bäume zur Energiegewinnung im großen Stil zu verbrennen, kann hierdurch vielleicht noch Hoffnung in Bezug auf den Klimawandel entstehen. Natürlich nur – und das ist wichtig! – in Verbindung mit der CO2 Speicherung im Boden.

Fazit zur CO2 Speicherung im Boden

Die CCS Technik für die CO2 Speicherung im Boden ist eine interessante Möglichkeit für den Übergangszeitraum von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien. Und damit ist das Wichtigste schon gesagt. Es handelt sich hierbei keineswegs um eine dauerhafte Lösung für den CO2 Ausstoß durch fossile Brennstoffe. Da es aber leider keinen politischen Willen gibt, von heute auf morgen alle Kohlekraftwerke abzuschalten, werden Zwischenlösungen nötig sein.

Ich glaube fest daran, dass wir im Jahr 2050 80% unserer Energie aus CO2 neutralen erneuerbaren Energien produzieren werden. Der Zeitraum bis dahin ist allerdings zu lang, um in der Zwischenzeit darauf zu hoffen, dass es nicht zu einem Klimawandel durch die bereits in der Atmosphäre vorhandenen Treibhausgase kommt. Besonderen Charme hat in meinen Augen die Möglichkeit, CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entfernen, wenn man statt Kohle Holz verbrennt und das ausgestoßene CO2 im Boden speichert. Wenn Ihr eine Meinung dazu habt, lasst mir gerne einen Kommentar zum Thema da.

2 Comments

  1. Avatar heide Ludwig sagt:

    Ich wohne nicht in Deutschland, deshalb interessiert mich: 1. Warum gibt es in der BRD noch keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen? 2. Warum wird weiterhin so viel Strom vergeudet um zu Weihnachten überall Weihnachtsbäume aufzustellen, etc. ?

    • andreas andreas sagt:

      Hallo,
      das Thema der Geschwindigkeitsbegrenzug wird aktuell wieder sehr emotional in Deutschland diskutiert. Ohne es belegen zu können, ist mein Verdacht, dass in einem Land, dass sehr stark von der Automobilwirtschaft abhängt, viel passieren muss, damit der „Fahrspaß“ eingeschränkt wird. Wir arbeiten dran! 🙂
      Ob jemand einen Weihnachtsbaum aufstellt oder nicht, halte ich aber nicht für das größte Problem in Bezug auf Stromvergeudung. Wenn stattdessen mal alle uralten Kühlschränke, Gefriertruhen und sonstige Stromfresser, die 24/7 laufen, ausgetauscht würden, wäre der Nutzen im Vergleich zu den paar Wochen Weihnachtsbaumbeleuchtung ungleich größer. Ich peresönlich habe aus einem anderen Grund keinen Baum zuhause, sondern nur eine Krippe: bei dem Fest geht es ja um Jesu Geburt und unabhängig davon, ob man daran glaubt oder nicht, habe ich noch nie gehört, dass es in Palästina Nordmanntannen gibt 🙂 Heute geht man davon aus, dass der Brauch einen Tannenbaum aufzustellen und zu schmücken auf eine heidnische Tradition zurückgeht (vgl. https://www.focus.de/wissen/praxistipps/wissenswertes-zu-weihnachten-daher-kommt-der-weihnachtsbaum_id_7913694.html). Daher halte ich persönlich das für unnötig. Ist aber meine persönliche Meinung.
      Viele Grüße,
      Andreas

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