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Tipps für nachhaltige Geldanlagen – Teil 2

nachhaltige Geldanlagen

© Denise / pixelio.de

Heute veröffentliche ich für Euch den zweiten Teil des Artikels zum Thema Nachhaltige Geldanlagen. Im ersten Teil habe ich Euch bereits einige Informationen zum Konzept und den Sicherungsmechanismen der nachhaltigen Banken gegeben. Heute möchte ich für Euch die bisherigen Informationen detaillierter darstellen und Euch so die Möglichkeit geben, die für Euch geeignetste Bank auszusuchen. Darüber hinaus stelle ich Euch meine Meinung zu nachhaltigen Fonds großer Geschäftsbanken vor und spreche zum Schluss noch eine Warnung aus, die Ihr wirklich beherzigen solltet.

Renditen bei den nachhaltigen Banken

Sollte es etwas her sein, dass Ihr den ersten Teil gelesen habt, ist hier nochmal die Liste der zehn nachhaltigen Banken laut Finanztest vom Oktober 2016:

  • Bank für Kirche und Diakonie
  • Ethikbank
  • Evangelische Bank
  • Evenord-Bank
  • GLS Bank
  • Pax-Bank
  • ProCredit Bank
  • Steyler Bank
  • Triodos Bank
  • Umweltbank

Wie schon im ersten Teil dieses Artikels angedeutet, sieht es momentan eher mau aus in Bezug auf Zinsen. Alle Banken bis auf die Umweltbank bieten ein normales Girokonto an. Dort gibt es aber null Zinsen (wie eigentlich alle anderen Banken heutzutage auch). Ein Tagesgeldkonto bieten alle zehn Banken an. Lediglich bei fünf Kandidaten gibt es aber auch Zinsen fürs Tagesgeld. Die meisten Zinsen zahlt die ProCredit Bank mit immerhin 0,3 Prozent pro Jahr. Bei der Bank für Kirche und Diakonie, der Ethikbank, der Evangelischen Bank, der GLS Bank und der Steyler Bank gibt es momentan überhaupt keine Zinsen auf das Tagesgeld.

Alle Banken bieten Festgeldkonten mit unterschiedlichen Laufzeiten. Hier tun sich die Umweltbank und die ProCredit Bank mit 1,0 % pro Jahr für 10-jähriges (Umweltbank) bzw.  7-jähriges (ProCredit Bank) Festgeld hervor. Ihnen folgt die Triodos Bank mit immerhin 0,8 % pro Jahr für 10-jähriges Festgeld. Die Evangelische Bank und die Evenord-Bank haben nur ein sehr eingeschränktes Festgeld-Angebot von maximal einem bzw. zwei Jahren. Bei der Ethikbank sind alle Laufzeiten bis zu 10 Jahren möglich. Dort gibt es aber keine Zinsen auf das festgelegte Geld.

Ausschlusskriterien für die Geldanlage

Finanztest hat verschiedene Ausschlusskriterien für Kreditvergabe und den Kauf von Staatsanleihen definiert. Bei den Krediten sollen z.B. die Branchen Agrar-Gentechnik, Atomkraft, Erdöl, Industrielle Tierhaltung und Spekulation auf Nahrungsmittel ausgeschlossen sein. Bei Staatsanleihen sind die K.O.-Kriterien: Atomkraft, Kinderarbeit, Korruption, Mangelhafter Klimaschutz und Streumunition. Das heißt, Anleihen von Staaten, die diese Kriterien erfüllen, werden von der Bank nicht gekauft.

Die GLS Bank und die Umweltbank erfüllen als einzige der zehn nachhaltigen Banken alle 16 Ausschlusskriterien. Weiterhin sehr gut sieht es bei der Triodos Bank aus, die nur zwei Kriterien nicht erfüllt. Die übrigen Banken erfüllen jeweils drei oder mehr Ausschlusskriterien nicht.

Alles in allem sind die GLS Bank und die Umweltbank meine beiden Favoriten. Beide würde ich Euch anhand der Auswertung von Finanztest uneingeschränkt empfehlen, da sie alle Ausschlusskriterien erfüllen. Wer plant sein Erspartes in Festgeld anzulegen, sollte sich bei der Umweltbank umsehen, da diese hier die wesentlich besseren Angebote hat.

Nachhaltige Fonds

Auch die großen Geschäftsbanken haben das Thema Nachhaltigkeit für sich entdeckt. So gibt jede Bank mittlerweile nachhaltige Fonds aus, die Euch als ökologisch und ökonomisch wertvoll präsentiert werden. Dies ist ein riesiges Feld, deshalb tue ich mich hier mit einer pauschalen Aussage etwas schwer. Ich möchte Euch nur eines zu bedenken geben: anders als den oben genannten Banken, geht es den Geschäftsbanken nicht um eine bessere Welt, sondern nur darum möglichst hohe Gewinne einzufahren und ihre Fonds an Menschen wie Euch, also solche mit sozialem und ökologischen Gewissen, zu verkaufen. Hier wird Greenwashing  in Reinform betrieben. Das heißt, die ach so sauberen Banken bieten schön laut ihre Ökofonds an und auf der anderen Seite verschweigen sie ihre schmutzigen Geschäfte.

Keine, leider wirklich keine der großen Banken kann ich Euch reinen Gewissens empfehlen. Jeder muss sich darüber im Klaren sein, dass das Geld, welches Ihr diesen Banken zur Verfügung stellt, in alle möglichen „Projekte“ wandern kann. Was nützt es, wenn Ihr einen Ökofonds z.B. in erneuerbaren Energien habt, die Bank aber Euer Tagesgeld als Teil eines Kredits an eine Öl- oder Atomkraft-Firma vergibt?

Es mag durchaus auch gute und sinnvolle nachhaltige Fonds bei großen Geschäftsbanken geben. Aber hier müsst Ihr ganz genau hinsehen! Sonst unterstützt Ihr am Ende etwas, was Ihr so gar nicht wolltet. Ausgewählte Fonds hier vorzustellen, würde den Umfang dieses Artikels sprengen. Wenn ich mir das aber mal genauer ansehen soll, lasst mir einfach einen entsprechenden Kommentar da. Wenn es Euch interessiert, schreibe ich gerne einen eigenen Artikel darüber.

Nachhaltige Geldanlagen in Holz, Wind, Solarenergie

Durch einfaches Googeln nach dem Begriff „nachhaltige Geldanlage“ erhält man jede Menge Treffer, die einem eine tolle Rendite versprechen. Darunter finden sich Investments in Wälder, Windkrafträder und Anteile an großen Solarprojekten. Ich möchte nochmal nachdrücklich meine Warnung vom Beginn dieses Artikels (in Teil 1) wiederholen: Verbrennt Euch hieran nicht die Finger. Aussortieren sollte man schon mal pauschal JEDES Angebot, was einem über fünf Prozent Zinsen verspricht. Das ist im heutigen Niedrigzinsumfeld einfach nicht seriös! Teilweise habe ich Werbung entdeckt für Investitionen in Holz als erneuerbarem Brennstoff, die eine jährliche Rendite von zwölf (!) Prozent verspreche. Bitte gar nicht erst lesen! Sofort weg damit!

Grundsätzlich gibt es natürlich auch seriöse Angebote in diesen Bereichen, die es wirklich wert sind unterstützt zu werden. Nur muss man hier die Spreu vom Weizen trennen, da leider viele Betrüger unterwegs sind. Achtet daher auf Anzeichen, wie unrealistisch hohe Rendite oder mangelnde Transparenz. Auch würde ich kein Finanzprodukt empfehlen, dass nicht in Deutschland aufgelegt wurde und damit der Deutschen Banken- und Finanzaufsicht unterliegt. Eine Auszeichnung von seriösen Zeitungen wie Finanztest oder Focus Money sollte ebenfalls vorhanden sein. Diese kann man aber auch einfach reinkopieren, daher solltet Ihr das nicht auf der Seite des Finanzproduktes nachlesen, sondern auf der Seite der Finanzzeitung. Nur dort veröffentliche Tests und Siegel haben auch wirklich einen Wert.

Fazit

Mit diesem Artikel möchte ich Euch seriöse Wege zeigen, Euer Geld nachhaltig anzulegen. Dies stellt aber keine Anlageberatung dar! Die Entscheidung, was Ihr mit Eurem Geld machen wollt, müsst Ihr schon ganz alleine treffen. Die im Hauptteil beschriebenen zehn Banken sind jedenfalls laut Finanztest alle als seriös eingestuft. Hier lockt zwar keine Wahnsinns-Rendite. Aber eigentlich geht es ja auch nicht darum. Geld vermehrt sich eben nicht von allein. Damit Zinsen gezahlt werden können, müssen andere Leute diese erst erwirtschaften. Das ist vollkommen in Ordnung, solange die Zinsen in einem fairen Verhältnis zur Gesamtwirtschaft und zur verzinsenden Kreditsumme stehen. Aber die Bäume wachsen auch hier nicht in den Himmel. Wer reicht werden will, legt sein Geld anders an. Wer glücklich werden will, betreibt nachhaltige Geldanlage, um seinen Kindern mehr als nur ein dickes Konto zu hinterlassen.

Bis dahin,

genießt das Leben!

 

PS: Ich starte hiermit eine kleine Umfrage zum Thema. Nehmt gerne daran teil! Die Fragestellung lautet:

Was haltet Ihr von nachhaltiger Geldanlage?

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