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E-Auto oder Hybrid? Was passt zu wem?

e-auto oder hybrid

© Georg Sander / pixelio.de

E-Auto oder Hybrid? Diese Frage wird sich Euch irgendwann stellen, wenn Ihr für den Kauf eines nachhaltigen, CO²-armen Autos bereit seid. Im letzten Artikel habe ich Euch die wahren Kosten eines Autos vorgerechnet. In diesem Artikel möchte ich Euch Alternativen aufzeigen. Eines vorweg: nach meiner Recherche komme ich für mich zum Schluss, dass ein Hybridauto für mich momentan am besten passt. Aber fangen wir vorne an.

E-Auto oder Hybrid? Was ist der Unterschied?

Was ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Antriebsarten? Ein Elektroauto läuft wie der Name schon sagt ausschließlich mit elektrischem Strom. Die starken Akkus müssen dazu entweder langsam über Nacht geladen werden. Oder mittels “Supercharging“ genannter Technologie innerhalb von ca. 20-30 Minuten. Dies ist allerdings nur an speziellen „Zapfsäulen“ möglich. Die Reichweite ist unterschiedlich. Bis zu 500 km sind aber heute drin. Bekanntester  Vertreter der Elektroautos ist die Marke Tesla. Aber auch die deutschen Autounternehmen versuchen zunehmend in diesen Markt vorzustoßen.

Die Hybriden müssen wir nochmal in zwei Klassen unterteilen. Einerseits gibt es die herkömmlichen Hybriden. Diese haben zusätzlich zum Verbrennungsmotor noch einen Elektromotor eingebaut. Der Verbrennungsmotor treibt grundsätzlich das Fahrzeug an. Das Besondere: beim Ausrollen und beim Bremsen geht die Energie des fahrenden Autos nicht verloren, sondern wird teilweise in die Akkus des Elektromotors geladen. Dieser unterstützt den Benzinmotor beim Anfahren und Beschleunigen. Bei Stop and Go im Stadtverkehr oder im Stau auf der Autobahn kann der Elektromotor sogar alleine übernehmen. Das Laden geschieht wie gesagt mittels der kybernetischen Energie, die sonst einfach ungenutzt verpuffen würde. Dadurch wird im Prinzip der Kraftstoff einfach wesentlich effizienter genutzt, da nicht so viel Energie ungenutzt bleibt. Das alles geschieht automatisch. Die Elektronik übernimmt alles. Der Fahrer muss nur fahren.

Die zweite Hybridart sind die sogenannten Plug-In Hybriden. Bei diesen ist der Elektromotor nicht nur als „Gimmick“ vorgesehen, sondern kann das Auto über längere Strecken alleine bewegen. Plug-In bedeutet, dass man die Akkus mittels Stromstecker laden kann, bzw. muss. Um die Autos über weite Strecken rein elektrisch bewegen zu können, reicht die Rückgewinnung der kybernetischen Antriebsenergie nicht aus. Es muss Strom aus der Steckdose „getankt“ werden. Das kann sowohl zuhause über Nacht geschehen, als auch an den mittlerweile vielerorts zu findenden Stromzapfsäulen. Die Ladezeit beträgt an einer normalen Haussteckdose je nach Modell ca. 5-6 Stunden. Ein „Supercharging“ wie bei den E-Autos ist aber auch möglich.

Reichweite und Schadstoffausstoß der verschiedenen Klassen

Diese Frage lässt sich am einfachsten für die E-Autos beantworten. Die Reichweite liegt hier je nach Modell bei 100 km (Renault Twizy) bis 600km (Tesla Modell S). Der Schadstoffausstoß liegt laut Herstellerangaben bei 0! Klar, es wird ja kein fossiler Treibstoff verbrannt. Aber das ist so natürlich auch nicht ganz richtig. Einschränken muss man das je nach Art des Stroms, der in die Akkus eingespeist wird. Der Königsweg (und mein langfristiger Traum) ist sicherlich, das Auto mit den eigenen Solarplatten auf dem Dach zu laden. Dann ist die Schadstoffbilanz tatsächlich nahezu 0. Natürlich muss so ein Wagen auch gebaut und zu Euch transportiert werden, genauso wie die Solarzellen. Aber das lassen wir jetzt mal außen vor.

Bei der Plug-In Hybriden muss man die Reichweiten unterscheiden. Die elektrische Reichweite liegt zwischen 25 km (Toyota Prius Plug-In) und 54 km (Kia Optima Plug-In Hybrid). Den bisherigen Reichweitensieger Opel Ampera gibt es nur noch als Gebrauchtwagen, da er nicht mehr gebaut wird. Hier liegt die Reichweite sogar bei 83 km nur mit elektrischem Antrieb. Für den Elektroantrieb gilt beim Schadstoffausstoß das gleiche wie bei den „echten“ Elektroautos. Neben dem Elektromotor verfügen die Hybriden aber natürlich auch über einen konventionellen Verbrennungsmotor.

Theoretisch sind mit einer 45 Liter Tankfüllung zusammen mit dem Elektromotor bis zu 1000km möglich. Dies variiert aber von Modell zu Modell und würde hier den Rahmen sprengen. Der Schadstoffausstoß liegt – gesenkt durch den Elektromotor – durchweg im grünen Bereich (A-Wertung). Dies ist aber für den Einzelfall zu prüfen! Wer viel in der Stadt fährt oder mit gemäßigtem Tempo auf der Landstraße, kann den Elektromotor voll ausnutzen. Dann fährt man sehr schadstoffarm. Bei schnellen Autobahnfahrten läuft natürlich auch der Verbrennungsmotor auf Hochtouren mit entsprechendem Ausstoß. Es hängt also sehr vom jeweiligen Fahrprofil ab, wie emissionsarm man unterwegs ist.

Bleiben noch die „normalen“ Hybriden. Bei diesen wird der Elektromotor immer unterstützend tätig. Kybernetische Energie wird zurückgewonnen und lädt passiv den Akku. Der Fahrer muss nichts machen. Dadurch kann man aber auch nur sehr geringe Strecken rein elektrisch fahren (bis 2km). Dies ist also eher nur theoretisch von Nutzen. Durch die Unterstützung des Verbrennungsmotors sinkt aber der Gesamtwert des Schadstoffausstoßes. Wer beim ADAC Ecotest bei der Motorart nach Hybrid filtert, wird feststellen, dass besonders die Fahrzeuge der japanischen Autohersteller sehr gute Werte liefern. Man kann es auch beim Namen nennen: Toyota hat zu Beginn der 2000er Jahre als erster Hersteller die Zeichen der Zeit erkannt und die neue Technologie entworfen. Dementsprechend groß ist der Vorsprung auf die anderen Hersteller.

Der Preis und die Betriebskosten

Wir gehen für unsere Überlegung von einem Neuwagen aus, da wir die volle Lebenszeit der Batterie haben wollen. Quelle ist autoscout24. Preislich kann man sagen, dass normale Hybridautos am Günstigsten sind. Sie werden am Längsten produziert und sind dementsprechend ausgereift.  Die Preisspanne reicht von 24.000 Euro (Toyota Yaris Hybrid) bis hin zu über 90.000 (Porsche Cayenne S Hybrid). Wer allerdings einen schnellen Sportwagen fahren will, sollte sich fragen, ob er die richtige Zielgruppe für Hybridwagen ist.

Gefolgt werden die Hybriden preislich von den Plug-In Hybriden. Los geht es hier bei etwa 36.000€ (Toyota Prius Plug-In Hybrid). Die Spanne reicht bis zu 130.000 (BMW i8). Die per Stromanschluss aufladbare Batterie ist für den Preissprung verantwortlich. Die Preise sollten mittelfristig sinken, wenn sich die Modelle am Markt durchsetzen sollten. Dies ist jedoch noch fraglich. Es kann gut sein, dass sich diese Zwischenstufe zwischen Hybrid und Elektroauto nicht durchsetzt. Hier ist abwarten angesagt.

Preislich am oberen Ende der Skala stehen die leider noch sehr teuren reinen Elektroautos. Los geht es hier zwar mit 7.200 € (Renault Twizy). Dieses Modell ist allerdings sehr speziell und nicht für jeden geeignet. Am oberen Ende der Skala rangiert das Modell S von Tesla mit stattlichen 125.000 €. Die reinen Elektroautos stellen meines Erachtens die Königsklasse dar. Allerdings muss noch einiges in den Bereichen Aufladezeit, Reichweite und Lebenszeit der Akkus passieren, bevor sie auch für die Mittelklasse erschwinglich werden. Je länger eine Technologie am Markt ist, desto günstiger wird sie natürlich. Deshalb hoffe ich, dass E-Autos auch in den nächsten 5-10 Jahren für Familien erschwinglich sein werden. Tesla plant z.B. sein neues Modell 3 als Wagen für die Mittelklasse, der für ca. 30.000 Dollar auf den Markt kommen soll. Ich bin gespannt 🙂

Betriebskosten, Steuer, Versicherung

Allen Modellen und Klassen gemeinsam sind die hohen Versicherungskosten. Mit durchschnittlich um die 1.000 Euro pro Jahr kann man hier rechnen. Natürlich muss man das einmal für die eigene Schadenfreiheitsklasse durchrechnen. Erfreulicherweise spart man aber einiges an KFZ-Steuer. Mit gerade einmal 36 Euro pro Jahr bei einigen Modellen lassen sich hier schon mehrere Hundert Euro im Vergleich zu konventionellen (Diesel-)Fahrzeugen einsparen. Damit kann man schon einen großen Teil der Versicherungsmehrkosten abdecken.

Zusätzlich muss man die eingesparten Spritkosten berechnen. Zwar ist der Benzinpreis momentan auf einem recht niedrigen Niveau, was auch durchaus noch Monate so bleiben kann. Langfristig werden die Preise aber auf jeden Fall wieder steigen. Darüber sind sich alle Experten einig. Es gibt halt nur eine begrenzte Menge Öl auf unserem Planeten und ein Sinken der Nachfrage danach ist leider nicht in Sicht. Von daher kann man die eingesparten Spritkosten als gravierenden Faktor mit berücksichtigen.

Ein kurzes Rechenbeispiel (mit Mittelwerten):

Ein konventioneller Benziner braucht im Schnitt 8 Liter auf 100 Kilometer. Ein vergleichbarer Hybride benötigt nur 4 Liter für die gleiche Distanz. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern entspricht das einer Einsparung von 800 Litern im Jahr. Bei einem Spritpreis von 1,35 € sind das immerhin 1.080 € im Jahr, bzw. 90€ jeden Monat. Damit kann man schon einen großen Teil einer eventuellen Finanzierung abbezahlen.

Fazit

Mein ganz persönliches Fazit ist, dass ich plane schleunigst meinen Diesel (Skoda Octavia) zu verkaufen und auf ein Hybridfahrzeug umzusteigen. Diese bieten für mich das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Für einen moderaten Kaufpreis bekommt man hier schon tolle Fahrzeuge, die die Umwelt wesentlich entlasten! Ich habe mich auch schon für ein Modell entschieden. Eine Probefahrt haben wir schon vereinbart. Ich werde hier berichten! 🙂

Bis dahin,

genießt das Leben!

 

2 Comments

  1. […] zu finden ist mittlerweile reine Glückssache in den Städten. Das ist okay, solange man mit einem Hybridauto unterwegs ist, also noch einen Benzinmotor im Auto hat. Bei reinen Elektroautos führt das aber zu […]

  2. […] dem Wasserstoff aus Gülle befüllt und sind somit von Anfang an „richtig“ grün. Neben E-Autos, Hybriden und öffentlichen Transportmitteln könnte hier also tatsächlich eine dritte umweltfreundliche […]

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